Multi-kulti, Viennese

Eine serbisch orthodoxe Taufe

Meine Lieben, heute möchte ich euch gerne etwas über die serbisch-orthodoxe Taufe und diese Religion im Allgemeinen erzählen. Seit Fabienne´s erstem Geburtstag, an welchem Tag auch die Taufe von ihr und Iwan stattfand, gehören wir alle nun der serbisch orthoxen Religion an. Ich bin sehr erleichtert darüber, wie offen und einladend die Kirche war und alles unkompliziert über die Bühne ging. Sorgen machte ich mir bei dem Namen, denn Fabienne ist kein orthodoxer Name, und bei Iwan, der in einer komplett anderen Kultur hineingeboren wurde. Doch es gab keinerlei Schwierigkeiten. Im Gegenteil die Kirche war hoch erfreut über Iwans Interesse sich orthodox taufen zu lassen und wusste über Iwan´s Herkunftsland ehrlich gesagt viel mehr Bescheid als wir zwei zusammen. Super erleichternd war ich darüber, dass der Name Fabienne akzeptiert und lediglich der serbischen Schreibweise – Wörter werden so geschrieben wie sie ausgesprochen werden, also Fabijen – angepasst wurde.

SerbianbaptismII

In Wien ist es so, dass man sich die Kirche, in der die Taufe stattfinden soll, nicht selbst aussuchen kann, sondern dir eine Kirche, abhängig von deinem Wohnbezirk, zugewiesen wird. Für uns war das vollkommen in Ordnung und so gehören wir der Kirche zur Geburt der allerheiligsten Gottesgebärerin im 16. Bezirk an. Das ist by the way die neueste serbisch orthodoxe Kirche in Wien, insgesamt gibt es drei, und wurde uns vor paar Jahren vom Wiener Erzbischof Schönborn geschenkt. Dh aus einer katholischen Kirche wurde eine orthodoxe. Beide Religionen gehören dem Christentum an, doch es gibt paar Unterschiede. Bei den Orthodoxen gibt es zB keine Kirchensteuer, die Finanzierung erfolgt über Spenden. TaufpatInnen sind nicht die Geschwister wie bei den Katholiken eigentlich üblich, sondern eine Person, mit der man nicht blutsverwandt ist, jedoch der Familie sehr nahe steht. Ich habe mich zum Beispiel entschieden gehabt, dieses besondere Verhältnis mit der Familie meiner eigenen Taufpatin, die leider schon verstorben ist, fortzusetzen. In der Regel ist es aber so, dass kaum jemand, dem du die Ehre erweist und bittest, dein Kind oder dich zu taufen, dich abweist. Nicht weil es sich nicht gehört, sondern weil es nicht gut sein soll diese Bitte abzuschlagen. Iwan´s und Fabienne´s Taufpatinnen waren zum Glück aber ganz aus dem Häuschen und hatten sogar vor Freude geweint. Ich hätte niemand besseren für diesen Job wählen können und bin unendlich dankbar, dass diese zwei so herzensgute Personen nun so ein wichtiger Bestandteil unseres Lebens sind.

Iwan and Fabienne at their baptism

Serbian Baptism

Die Taufe fand zweisprachig statt, etwas wovon ich sehr positiv überrascht war. Iwan und Fabienne wurden demnach zwar zeitgleich getauft, jedoch in verschiedenen Sprachen, Iwan auf Deutsch und Fabienne auf Serbisch. Da unsere in Wien lebenden Gäste multikulti waren und Deutsch die gemeinsame Sprache ist, fand ich das perfekt. Und Serbisch war für unsere Familie und Freunde, die extra aus Serbien einreisten und natürlich kein einziges Wort Deutsch sprachen, ideal. Von unseren katholischen Gästen habe ich erfahren, dass die orthodoxe Taufe viel detaillierter sein soll als die katholische. Insbesondere fanden sie den Teil mit der Teufelsaustreibung sehr interessant und schön. Obwohl eine Taufe offiziell nichts kostet, ist es derzeit üblich, 100 EUR pro Person herzugeben. Die Kerze und das Leinentuch kaufen für üblich die TaufpatInnen.

Serbian Church prepared for baptism

Die Taufe hat uns als Familie noch enger zusammengeschweißt und unser Verhältnis zu vielen lieben Personen noch enger werden lassen, wofür sich das ganze nochmals umso mehr gelohnt hat, nicht wahr?