It´s getting personal, Parenthood

Vollzeitmama vs Teilzeitmama

Meine Lieben, heute möchte ich gerne über zwei Terminologien sprechen, auf die ich in Foren und Mama-Magazinen ganz häufig stoße, aber so gar nicht mag. Es geht um die Begriffe Vollzeitmama bzw Teilzeitmama (oder auch working moms). Ich bin mit keiner dieser Bezeichnungen einverstanden. Fangen wir mit dem Wort Vollzeitmama an, unter welchem anzunehmen ist, dass eine Frau, die nicht berufstätig ist, sich den ganzen Tag um ihre Kinder kümmert. Aber stimmt das so immer? Nur weil eine Frau nicht arbeiten geht, ist sie noch lange keine Vollzeitmama in diesem Sinne. Ich kenne viele nicht berufstätige Mamas, die ihre Kinder dennoch jeden Morgen in die Kita bringen und am Nachmittag abholen. Daran ist absolut nichts Verwerfliches, aber was unterscheidet diese von einer working mom, die ihr Kind jeden Morgen vor der Arbeit in die Kita bringt und am Nachmittag wieder abholt? Zudem implizieren diese Begriffe irgendwo, dass Frauen, die arbeiten und eben keine stay-at-home Vollzeitmamis sind, nicht ebenso gute Mamis sind, was ein totaler Schwachsinn ist. Beispiele? Ach was habe ich mich geärgert, als ich in Babykursen mit Fabienne war, umgeben von anderen Babys, denen Rotz aus der Nase rannte und ich genau wusste, dass sie mein gesundes Kind anstecken werden und das nur weil der Vollzeitmami die Decke zu Hause auf den Kopf fiel und sie somit ihr krankes Kind in den Kurs schleppen musste. (Zur Klarstellung, ich spreche hier von Babykursen und keinen Kinderkrippen oder Kindergartenkindern.) Es ärgert mich zudem, dass wir Frauen auch teilweise selber schuld daran sind und uns gegenseitig negative Gefühl auf vielen verschiedenen Ebene geben und teilweise oft zu rücksichtslos miteinander umgehen. Eben wie dann, wenn wir ein krankes Kind mit gesunden Kindern zusammenbringen ohne Rücksicht darauf, ob die andere Mama, falls diese berufstätig ist, jemanden hat, der sich um das erkrankte Kind kümmern kann. Aber auch als eine stay-at-home Mama wäre ich unglücklich damit, dass mein gesundes Kind unnötig angesteckt wird, dafür ist ja dann noch genügend Zeit in der Kita da. Ich erinnere mich auch an ein Klassentreffen, als jeder in unserer Tischrunde erzählte, was er/sie derzeit beruflich macht und die eine angab, berufstätig zu sein, sei nichts für sie, immerhin ist sie eine zweifache Vollzeitmama. Wie komisch müssen sich die arbeitenden Mamas in der Runde gefühlt haben. Aber ebenso muss es dieser Vollzeitmama flau im Magen gewesen sein, dass sie eben nur Vollzeitmama ist, was auch Blödsinn ist, denn auch eine stay-at-home mom geht für gewöhnlich in Arbeit unter.

Ich plädiere für weniger Vergleichen, weniger Konkurrenzkampf und mehr gegenseitige Rücksicht und Verständnis. Wir haben alle unterschiedliche Ausgangslagen und Geschichten und sollten uns nicht verurteilen und uns gegenseitig ein unwohles Gefühl geben.

Warum ich zB so früh nach der Geburt wieder arbeiten ging? Aus 2 Gründen. Einerseits war ich nicht lange in dem Unternehmen, wusste aber instinktiv, dass es eine sehr gute und familienfreundliche Firma war, in der man auch als Mitarbeiter wertgeschätzt wird. Eine Rarität heutzutage meiner Meinung nach! Auf der anderen Seite aus finanzieller Angst. Hier meine ich keinen Luxus, sondern einfach sicher gehen zu wollen, dass jeden Monat auch all die laufenden Kosten bezahlt werden. Warum ich den Begriff Teilzeitmama noch nicht mag? Man oder genauer gesagt Frau ist nie Teilzeitmama.

Nur weil eine Frau arbeiten geht, hört sie nicht auf während dieser Zeit Mama zu sein! Ich fühle mich jede Sekunde des Tages als Mama!

Meine Gedanken und mein Herz sind stets bei meinem Kind. Ich bin somit jede Sekunde des Tages Mama, dieser Zustand hört nie auf. Genauso sind nicht alle working moms in ein und dieselbe Schublade zu stecken, auch hier gibt es Unterschiede en masse, doch das ist genug Stoff für einen weiteren Artikel. Wie ist es bei euch? Falls ihr Mamas seid und arbeiten geht, fühlt ihr euch als Teilzeitmamas dadurch und wie sind eure Erfahrungen mit Vollzeitmamas oder habt ihr das Glück eine Vollzeitmama und zu Hause bei euren Kids zu sein?

Fotografin des Headerbildes: Anna Cordes

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